Müritz-Tagebuch

Eine Woche auf der Müritz und den angrenzenden Seen unterwegs auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Hier schon mal das Tagebuch. Bilder, Galerie und Video folgt natürlich noch. Unser Schiff hieß “Jasmin” und war 10,6 m lang.

 

Sonntag, 02. September

Wir fahren über 39 – 248 – 190 – 189 und 19 von Braunschweig nach Eldenburg. 270 km unter Vermeideidung der Autobahnen. Klappt gut.

Angekommen in der Marina Eldenburg treffen wir Claudia und Jürgen und laden unser Auto aus. Das müssen wir dann noch umparken. Wir bekommen gegen 16.30 Uhr die Einweisung auf dem Boot, die „Jasmin“, und können danach die Sachen an Bord bringen. Kleine Handwagen helfen uns dabei. Alles wird in kleinen Schränken, Ablagen und Ecken verstaut – hoffentlich finden wir alles wieder.

Die erste Fahrt geht noch am selben Abend von Eldenburg 10 km nach Sietow Dorf. Klink lassen wir dabei rechts liegen. Das Boot wird erstmal ausprobiert. Das Wetter ist gut, aber ein Wind kommt auf der Großen Müritz auf. Das merken wir dann auch beim ersten Anlegen im Hafen von Sietow. Jürgen steuert, ich mache den Navigator und behalte die Seekarte und die Tonnen im Blick. Während des Anlegemanövers starker Wind von Steuerbord. Wir peilen eine Box an und landen zwei Boxen weiter, aber passt. So ist das mit Wind. Wir legen Strom ans Boot und gehen zum Hafenmeister, der ist aber nicht da. Versuchen es am nächsten Morgen nochmal. Abends wird auf dem Boot gekocht, auch eine Premiere, und für den nächsten Tag geplant.

 

Montag, 03. September

Sietow Dorf – Röbel – Rechling

Wir starten aus der Marina in Richtung Röbel für einen kleinen Landgang. Sightseeing mit Kirche, Mühle und alten Häusern. In einem Fairtrade-Cafè machen wir Pause. Viele Fotos und Videoclips entstehen.

Weiter geht es an diesem Tag über die Kleine Müritz nach Rechlin. Navigation wieder nach Tonnen und Karte und immer schön die anderen Boote im Auge behalten. Die Mannschaft spielt sich nach und nach aufeinander ein. Die Griffe sitzen immer besser. Wir kommen gut in Rechlin an. Haben heute auch weniger Wind und die Sonne brennt. Zum Essen soll es in ein Restaurant gehen. Bereits geschriebene Urlaubskarten werden in den Briefkasten geworfen.

In der Marina wird erstmal geduscht. Das haben wir und verdient. Der Hafenmeister in Rechlin hilft beim Anlegen und gibt uns gute Tipps. Morgen soll es runter gehen von der Kleinen Müritz in den Mirow-Kanal. Abends scheint die Sonne und wir sitzen auf dem Deck und genießen.

 

Dienstag, 04. September

Mirow und Schleusentour

wir haben drei Schleusen vor uns und eine Menge Wartezeit. Die Öffnungszeiten in unseren Karten vom Anbieter stimmen auch nicht mehr. Am Anfang gibt es einen kleinen Bereich mit wenig Wasser. Wir fahren vorsichtig. Das Seegebiet hat momentan überall 50 – 100 cm weniger Wasser. Der Mirower Hafen, wo wir Kaffeepause machen wollten, ist gesperrt wegen Niedrigwasser, also weiter. Das Festmachen und Schleusen klappt gut. Da es an den Schleusen immer länger dauert müssen wir überlegen wohin es heute noch gehen soll. Umplanen wird zum Standard. Die wenigen kleinen Häfen haben zu wenig Liegeplätze. Haben evtl. schon einen Hafen gefunden. Erstmal aber wieder an der dritten Schleuse warten. Schließzeit ist 17.45 Uhr, nicht 19.15 Uhr wie in den Karten steht. Wenn wir die Schleuse nicht schaffen sitzen wir im Kanal für die Nacht fest.

Kommen zum Glück als letztes Boot durch die Schleuse. Viele andere müssen die Nacht über auf dem Kanal ankern. Wir finden einen Platz bei Boot & Mehr und haben dort sogar Service, das heisst Strom, Duschen und WC. Jürgen spendiert nach der Schleusentour und stundenlangem Warten Bier für alle. Heute wieder kochen an Bord. Es gibt Schnitzel, Kartoffeln und Salat.

Für morgen wird umgeplant. Die vielen Schleusen in Richtung Neustrelitz lassen wir da wo sie sind. Die kosten uns zuviel Zeit.

 

Mittwoch, 05. September

Es geht alle drei Schleusen wieder zurück. Diesmal soll es nach Buchholz gehen. Stehen weit vorne und kommen diesmal gut durch. Trotzdem wieder mehrere Stunden Wartezeit und Mittagspause an der Schleuse. Wir nehmen es mit Humor.

Wir bekommen wieder mehr Wasser unter den Kiel. Kleine Müritz, Große Müritz und über einen Seitenarm nach Buchholz. Wie immer Karte schauen und Tonnen suchen. Buchholz hat einen schönen Hafen und ein kleines Dorf anbei. Wir essen heute im Wechsel wieder im Restaurant.

Füllen nach dem Anlegen direkt unser Frischwasser auf. Eine Ente ist neugierig und schaut zu, stolpert fast noch über den Schlauch den ich über den Steg gelegt habe. Auch Enten müssen aufpassen!

Das Wetter war wie bisher warm und sonnig und wir müssen uns ordentlich eincremen, sonst sind wir Schwarz am Ende der Woche. Haben Wasser im Kiel und sagen im Heimathafen Bescheid, nicht, dass uns der Kahn über Nacht im Hafenbecken absäuft.

 

Donnerstag, 06. September

Der Tag beginnt diesig, mal sehen wie der sich entwickelt. Der Wasserstand im Kiel ist erstmal konstant geblieben und so wollen wir unsere Tour, wie geplant, nach Waren fortsetzen. Das Wetter klart auf und auch die Sonne brennt wieder. Von Buchholz geht es wieder über die Kleine Müritz auf die Große Müritz hoch nach Waren. Noch mehr Karte lesen und noch mehr Tonnen schauen. Auf dem größten der Seen ist viel los. Wollen uns 2 Stunden Landgang im größten der Müritz-Orte geben. Einkauf von Lebensmitteln, Sightseeing und Geocaching stehen auch auf dem Plan.

Zurück an Bord kontrollieren wir den Kiel. Es ist deutlich mehr Wasser dazugekommen. Fahren 20 Minuten nach Eldenburg rüber. Die Techniker schauen sich alles an. Ist wohl die Welle, die Wasser bei Fahrt einlässt und die Schraube ist kaputt. Wohl doch irgendwo aufgesetzt im Niedrigwasser.

Machen im Hafen Eldenburg fest und können bis morgen erstmnal auf dem Schiff schlafen. Morgen gegen 8.00 Uhr ist geplant die „Jasmin“ aus dem Wasser in die Werft zu bringen um sich den Schaden genau anzuschauen.

Wieder Planänderung für morgen. Evtl. geht es am Nachmittag nach Malchow, aber wir werden sehen. Die Techniker machen natürlich keine verbindlichen Angaben.

 

Freitag, 07. September

Auf dem Trockenem

Früh geht es raus, das Boot wird in die Werft gebracht. Es regnet den halben Tag. Wir machen eine Autotour nach Plau am See. Kleiner Ort, Hafen, eine Hebebrücke, eine Schleuse und die obligatorische Kirche. Den Turm laufen Gerda und ich hinauf.

Auf dem Rückweg zur Marina Eldenburg halten wir noch am Bauernmarkt in Klink. Enttäuschender China-Ramsch in Klink.

Das Boot sollte innerhalb 4 Stunden repariert sein. Wissen aber noch nicht ob nun schon alles geklappt hat. Im Hafen angekommen steht die „Jasmin“ immer noch aufgbockt in der Werft. Wir stellen uns auf eine längere Wartezeit ein. Die Schraube liegt auf dem Werkstattboden und die Welle wurde wohl gezogen. Also erstmal ein Fischbrötchen, Kaffee und weiter Warten.

Der Regen hat aufgehört und es klart wieder auf. Es soll der einzige Regen bleiben diese Woche. Am Nachmittag ist das Boot wieder fertig und wird zu Wasser gelassen. Wir wollen auf jeden Fall noch fahren. Im Hafen liegen ist doof. Es geht noch über den Kölpinsee und dem Fleesenkanal in den Fleesensee in Richtung Untergöhren, Malchow ist zu weit für den Abend. Den Ort heben wir uns für Samstag auf.

Die Tonnen sind auf dem Kölpinsee rar gesäht und auch die Nummern darauf lassen sich nur schwer erkennen. Dazu Sonne direkt von vorne, wie fahren Richtung Westen. Wir erreichen den kleine Hafen gegen 18 Uhr. Der Landgang ergibt nicht viel, ist nur ein Feriendorf , also zurück zum Schiff. Heute Abend gibt es Resteessen auf dem Schiff: Nudeln, Fleisch und Soße, dazu Bier und Wein.

Abends spielen Gerda und ich noch Karten und schauen uns den Weg nach Malchow für morgen an.

 

Samstag, 08. September

Untergöhren – Malchow – Eldenburg

Vorletztes Frühstück an Bord. Die Sonne scheint wieder. Nächster Stopp Machow Aussenhafen und Landgang. Wollen uns für den Ort viel Zeit nehmen bevor es wieder zurück in den Heimathafen geht. Ablegen, Karte schauen, Tonnen suchen und die Fahrgastschiffe im Auge behalten.

In Malchow gehen wir zuerst rauf zum Kloster und heben dort auch gleich mal einen Geocache. Turm rauf, runter schauen, Turm runter und ab in die Inselstadt. Wir schauen uns die Drehbrücke an die auch promt benutzt wird. Mittagessen beim Inder.

Auf dem Schiff heute ein kalter Fahrtwind, ansonsten geht das Wetter. Nehmen gegen 14 Uhr Kurs auf Eldenburg. Müssen heute Abend schon mal alles zusammenräumen und das Schiff betanken. Vor dem Hafen von Malchow findet gerade eine Segelregatta statt deshalb ist Warten angesagt. Wir fahren später einem Boot der Wasserschutzpolizei hinterher, die nehmen den gleichen Weg in Richtung Eldenburg.

Gegen 16.15 Uhr legen wir am Servicesteg im Heimathafen an und warten auf die Betankung. Das Boot wird anschließend in die Box gefahren, wir machen Fest, legen Strom und können Duschen gehen. Danach Abendessen im Hafenrestaurant. Später schon mal die Klamotten zusammenpacken, Übergabe ist für morgen 9.00 Uhr geplant.

Der Himmel ist am letzten Abend stark bewölkt, das Wetter hält aber. Im Restaurant gibt es für Gerda Fisch, ich suche mir den „Eldenburger“ aus – das Wortspiel konnten die sich nicht entgehen lassen.

 

Sonntag, 09. September

Ein letztes Mal an Bord frühstücken und in der kleinen Kombüse abwaschen. Danach das Gepäck ins Auto laden und auf die Servicekräfte zur Abnahme warten. Die Fahrt geht diesmal über Potsdam und die A2 nach Braunschweig. Wieder gute 3 Stunden Fahrt. Zuhause Wäsche in die Maschine geben und die Beutel auspacken. Eine tolle Woche geht zu Ende.